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300km an einem Tag Oktober 08
Mit dem Liegerenner durch´s Voralpenland
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Nein, diesesmal gibt es keinen Bericht aus der Ferne. Der Traumvelo-Chef wollte es zum Saisonende nochmal wissen und hat sich noch eine neue Aufgabe gestellt : Bei dem Anfang Oktober vorhandenen Tageslicht von etwa 11 Stunden so weit fahren, wie die Beine Kurbeln. Das Bild oben zeigt allerdings noch ein Bild von der Cycle Vision, denn zum Fotografieren unterwegs hatte ich zu wenig Zeit.
Bisher hatte ich auf Strecken über 200km wenig Erfahrung. Lediglich Strecken um die 150km fahre ich regelmässig. Somit ist es also schon spannend, als ich beim ersten Tageslicht vor dem Laden auf meine geplante 300km-Runde starte. Den Tourverlauf hatte ich mit heisser Nadel recht kurzfristig am PC gestrickt und auf mein Navi übertragen. Somit sollte wenigstens die Orientierung kein Problem darstellen- dachte ich. Der grobe Streckenverlauf:
Ottenhofen- Feldkirchen/Westerham- Irschenberg- Grassau/Chiemsee- Siegsdorf- Waginger See- Trostberg- Gars am Inn- Haag in Obb.- Isen- Ottenhofen
Also eine weite Runde Richtung Alpen, die Oberbayerische Alpenkette entlang und wieder zurück. Bis Weyarn läuft bei perfektem Wetter alles bestens- bis mich das Navi auf die Autobahn schicken will. Bei der folgenden kleinen Irrfahrt samt überflüssig gefahrenem 17%ter verliere ich sicher eine halbe Stunde Zeit, bis ich eine Strecke abseits der Autobahn nach Irschenberg finde. Die folgende Strecke zwischen Chiemsee und Voralpen entlang lässt sich mit dem Renner nur auf viel befahrenen Strassen bewältigen. Dafür läuft das Comet hier auf weiten Strecken mit 45km/h. Da nervt es schon, wenn einen selbsternannte Hilfsscheriffs in ihren rollenden Wohnzimmern hupend und wild gestikulierend auf verdreckte und ständig unterbrochene Radwege schicken wollen. Egal, wenigstens geht richtig was vorwärts und immer noch besser wie der bei etwa Kilometer 200 folgende Lapsus: Freund Garmin schickt mich am Waginger See für mehrere Kilometer auf einen ruppigen, teils sehr rutschigen Waldweg. Heckfederung sei Dank komme ich aber auch hier wieder gut heraus und kann es dann wieder schön bis Haag laufen lassen. Hier wird es im Feierabendverkehr nochmal richtig nervig, den richtigen Übergang über die B12 zu finden. Das ist eine interessante Erfahrung, daß solche Orientierungsstopps und Suchfahrten deutlich mehr an der Kraft zehren, als das flotte Fahren ohne Pausen. Aber letztendlich komme ich wieder auf gut bekanntes, heimisches Geläuf. Jetzt ist lediglich das schwindende Tageslicht meine grössere Sorge. Das mobilisiert nochmal richtig Kräfte und ich bin selbst erstaunt, mit wieviel Druck ich nach knappen 300km noch die restliche Strecke bewältigen kann. Trotzdem bin ich froh, als ich nach 301km im letzten Tageslicht den Laden erreiche und wieder um eine tolle Erfahrung reicher bin.
Und weil gefühlsmässig noch mehr drin ist, stehen für nächstes Jahr schon mal 400km am Stück auf dem Plan. Allerdings sollte dann die Streckenplanung etwas besser sein. Mal sehen...
Die Fakten:
301km
3200 Höhenmeter
reine Fahrzeit: 10 Stunden
Gesamtzeit : 11 Stunden
3,5 Liter Isodrink
4 Wurstsemmeln, 3 Powerriegel, 3 Energy-Gels
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